Das neuste Pferd im Stall von Amazon in Sachen Cloud heisst RDS - Amazon Relational Database Service. Amazon bietet Datenbanken in der Amazon Cloud für Oracle und MySQL Datenbanken an. Der Zugriff soll über gewohnte Tools wie SQL-Plus, SQL Developer etc. möglich sein. Amazon geht dabei noch einen Schritt weiter und erledigt das Patchen und das Backup gleich mit. Die Lizenzverwaltung ist über die zwei Modelle Bring-Your-Own-License (BOL) oder License Included geregelt. Die Lizenzierungsmodelle unterstützen diverse Editionen, leider liegt bei der zweiten Variante nur die Standard Edition drin:

  • BYOL: Standard Edition One (SE1), Standard Edition (SE) and Enterprise Edition (EE)
  • License Included: Standard Edition One (SE1)
Auf den ersten Blick scheint die License Included eine attraktive Variante zu sein. Der Kunde bezahlt nach Verwendung (On-Demand), auf die Stunde abgerechnet und braucht sich nicht um die Lizenzierung zu kümmern. Beispielsweise kostet eine "Small DB Instance" mit 1.7 GB Memory, 1 Core, 64-bit Plattform den Preis von 0.17 USD in der Stunde. Wer eine Datenbank mit mehr Memory etc. will, lässt sich per Mausklick eine solche bereitstellen. Speicherplatz gibt es bei Amazon zum Preis von 0,10 USD pro GB. Mit Amazon CloudWatch - einem Monitoring Tool - kann die Datenbank zudem überwacht werden. Folgendes ist mir nach dem Erstellen der ersten Instanz aufgefallen:
  • Der SYS und SYSTEM Account bleibt bei Amazon, beim Erstellen der Instanz kann ein Benutzername angegeben werden welcher in der Datenbank mit hohen Privilegien erstellt wird, aber keine SYSDBA Rechte hat;
  • Oracle erstellt die bekannten Standart-Tablespaces (SYSAUX, USERS etc.) und verwendet dabei Oracle Managed Files;
  • Es wird nur die Komponente Oracle Text installiert, weitere können nicht nachinstalliert werden (gem. AWS-Mitarbeiter im Forum sollte das aber irgendwann möglich sein);
  • Der Zugriff auf das Alertlog im Filesystem ist nicht via SSH etc. möglich, da kein Zugriff auf das OS besteht. Alertlogs müssen via 11g-Views geprüft werden;
  • Aktionen wie bspw. Flush vom Shared Pool, kill einer Session müssen via einer Prozedur gemacht (exec rdsadmin.rdsadmin_util.flush_shared_pool, exec rdsadmin.rdsadmin_util.kill(sid, serial#) ) werden.

Hier ein Screenshot aus der AWS Console:

aws_instance_1

Mit RDS stellt Amazon eine weitere Möglichkeit zur Verfügung, um Daten in der Cloud zu speichern. Wie bei allen Cloud-Angeboten gilt es auch hier die verschiedenen Kriterien wie Zugriffsicherheit, Datenschutz, Verfügbarkeit etc. genau zu prüfen bevor man sich für eine Datenbank "in der Wolke" entscheidet. Amazon RDS steckt noch in den Kinderschuhen (BETA), zur Zeit bestehen wenige Möglichkeiten auf die Datenbank Einfluss zu nehmen, die Oracle Text Komponente reicht heute in den meisten Fällen nicht mehr aus um eine Applikation zu betreiben. Da muss Amazon sicher noch was liefern. Wir bleiben dran !

 

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