Hyper-V und Oracle Support

Virtuelle Maschinen eignen sich bestens für den Aufbau von Testsystemen und zum Ausprobieren von neuen Features. Die bekanntesten Programme auf dem Markt sind VMWare Workstation, Oracle Virtual Box und Microsoft Hyper-V. Alle diese Programme bieten Features wie Snapshots, Netzwerkanbindung, Klonen etc., sind aber beispielsweise in der Netzwerkkonfiguration recht unterschiedlich zu handhaben.

Oracle und Microsoft haben Juni 2013 ein gemeinsames Statement für den Support abgegeben, welches die Zertifizierung von Oracle Linux unter Hyper-V gewährleistet. Aktuell werden die Oracle Linux Versionen 6.4 / 6.5 mit den Unbreakable Kernels UEK R3 QU1 und UEK R3 QU1 unterstützt: http://technet.microsoft.com/en-us/library/dn609828.aspx oder https://blogs.oracle.com/cloud/entry/oracle_and_microsoft_join_forces.

In der My Oracle Support Note Certified Software on Microsoft Windows Server 2012 Hyper-V (Doc ID 1563794.1) ist Windows 8.1 nicht explizit aufgelistet, ein Service Request bei Oracle ergab aber folgendes:

Hello Martin,
Oracle Database 12.1.0.1.0 is certified on Linux x86-64 Oracle Linux 6
Window's 8.1 and Hyper-V,please refer the below document:
http://www.oracle.com/technetwork/database/windows/tech-info/sod-oracle-db-win81-win2012r2-2088197.pdf
Thank You,
xy
Oracle Global Customer Services

Grund genug also, Workstation und Virtual Box zur Seite zu legen und Mal einen Blick auf Hyper-V zu werfen. Das Ziel ist eine Basisinstallation auf einem Lenovo Notebook mit Windows 8.1 (64 Bit)  und Hyper-V für eine lokale Testumgebung. Wer Hardware hat, kann die Installation natürlich auch auf einem Windows Server 2008 R2 SP1 oder Windows Server 2012 durchführen.

Der Blog hat drei Teile:

  • Teil 1 – Konfiguration Hyper-V in Windows 8.1 und Installation Oracle Linux 6.5
  • Teil 2 – Installation und Konfiguration Oracle RDBMS 12.1.0.1
  • Teil 3 – Fazit Installation und Handling

Voraussetzungen Hardware - BIOS-Settings

  • Intel Hyper-Threading = Enabled
  • Intel Virtualization Technology = Enabled
  • Intel VT-d Feature = Enabled
  • Memory Protection Execution Prevention = Enabled

Voraussetzungen Software

Hinweis: Durch Klick auf die Screenshots werden diese vergrössert dargestellt.

    Konfiguration Hyper-V in Windows 8.1 und Installation Oracle Linux 6.5

    Installation Hyper-V Software

    Die Hyper-V Software kann via Systemsteuerung – Programme – Windows-Features aktivieren oder deaktivieren installiert werden.

    windows_feature 

    Danach muss der Computer neu gestartet werden. Neu steht dann der Hyper-V-Manager als zentrale Verwaltungsoberfläche zur Verfügung. Der Hyper-V-Manager kann via Icon im Startmenu oder via Ausführen – virtmgmt.msc gestartet werden. Sind BIOS-Einstellungen falsch, so wird beim Start vom Hyper-V Manager darauf hingewiesen. Ein Erstellen eines virtuellen Computers (virtuelle Maschine) ist solange nicht möglich, bis die Voraussetzungen erfüllt sind.

    hyper-v-manager_start 

    Virtueller Netzwerkadapter erstellen

    Damit der virtuelle Computer später mit dem Netzwerk kommunizieren kann, muss ein virtuelle Netzwerkadapter erstellt werden. Rechtsklick auf die lokale Maschine – hier LTMBG02 – Manager für virtuelle Switches auswählen.

    hyper-v-netzwerk_01

    Um dem virtuellen Computer die Kommunikation in das Internet zu ermöglichen, muss ein externer virtueller Switch erstellt werden. Auswahl Extern und Klick auf Virtuellen Switch erstellen.

    hyper-v-netzwerk_02

    Name eintragen und den Netzwerkadapter auswählen welcher später benutzt werden soll. Hier wird der Netzwerkadapter Intel® Ethernet Connection I217-LM verwendet. Klick auf Anwenden.

    hyper-v-netzwerk_03

    Der erstellte Netzwerkadapter kann später beim Aufbau der virtuellen Maschine selektiert werden.

    Virtueller Computer konfigurieren

    Wir erstellen einen virtuellen Computer mit 1GB Memory und 40GB Diskplatz. Rechtsklick auf die lokale Maschine – Virtueller Computer auswählen.

    hyper-v-manager_01

    Ein paar Informationen - Weiter.

    hyper-v-manager_02

    Einen Namen eintragen und den Speicherort auf der  Standarteinstellung belassen. Hier wird die Konfiguration abgelegt. Der Speichertort der virtuellen Disk kann später ausgewählt werden - Weiter.

    hyper-v-manager_03

    Wir installieren Oracle Linux – Einstellung auf Generation 1 belassen - Weiter.

    hyper-v-manager_04

    1024 MB Arbeitsspeicher sind für das Erste genug - Weiter.

    hyper-v-manager_05

    Die vorher konfigurierte Netzwerkverbindung auswählen - Weiter.

    hyper-v-manager_06

    Nun wir eine virtuelle Festplatte erstellt. Die Grösse wird auf 40GB festgelegt, wir speichern die Festplatte auf dem D:\ Laufwerk. Der Platz wird dynamisch allokiert, das heisst das vhdx-File wird kontinuierlich wachsen - Weiter.

    hyper-v-manager_07

    Der virtuelle Computer kann direkt mit dem Oracle Enterprise Linux ISO booten. Auswahl vom ISO - Weiter.

    hyper-v-manager_08

    Die Zusammenfassung wird angezeigt - Fertig stellen.

    hyper-v-manager_09

    Der erstellte virtuelle Computer wird anschliessend in der Übersicht angezeigt.

    hyper-v-manager_10

    Start vom virtuellen Computer

    Mit RechtsklickStarten wird der virtuelle Computer gestartet – die CPU-Auslastung, Memory und Betriebsdauer werden aktualisiert.

    hyper-v-manager_11

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    Installation Oracle Enterprise Linux 6.5

    Rechtsklick auf den virtuellen Computer – Verbinden. Ein Konsolenfenster öffnet sich, das Installationsmenu von Oracle Enterprise Linux wird angezeigt.

    hyper-v-manager_13

    Install or upgrade and existing system auswählen - Enter.

    oel_01

    Der Media-Check kann überspungen werden - Skip.

    oel_02

    Die Bildschirmauflösung wird angepasst - Next.

    oel_03

    Die OS-Sprache lassen wir auf Englisch - Next.

    oel_05

    Die Tastatur wird länderspezifisch gesetzt, hier in der Schweiz auf Swiss German - Next.

    oel_05

    Die Auswahl Basic Storage Devices belassen - Next.

    oel_06

    Die virtuelle Festplatte enthält keine Daten - Yes, discard any data.

    oel_07

    Hostname eintragen. Das Netzwerk wird aktuell noch auf DHCP gelassen und kann später bei Bedarf konfiguriert werden- Next.

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    Die Zeitzone auswählen - Next.

    oel_09

    Das root Passwort eintragen - Next.

    oel_10

    Sämtlicher Diskplatz soll verwendet werden. Use All Space - Next.

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    Bestätigung dass die Disk vollständig überschrieben / benutzt werden kann - Write changes to disk.

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    Mit der Auswahl Desktop wird Gnome mit installiert. Die für die Oracle RBDBMS Installation benötigten Packages werden später via Oracle YUM Repository installiert - Next.

    oel_13

    Die Installation wird gestartet.

    oel_14

    Meldung nach erfolgter Installation, der virtuelle Computer muss neu gestartet werden - Reboot.

    oel_15

    Installation abschliessen

    Nach dem Neustart wird der Begrüssungsbildschirm angezeigt - Forward.

    oel_16

    Yes, I agree to the Licenses Agreement aktiviert lassen - Forward.

    oel_17

    Wir registrieren uns nicht an dieser Stelle. No, I prefer to Register at a later time auswählen – Forward.

    oel_18

    Die freundliche Rückfrage bestätigen wir mit No thanks, I’ll connect later.

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    Das Update-Setup ist fertig - Forward.

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    Wir erstellen keinen User, der User für die Datenbankinstallation wird wie die Packages später angelegt - Forward.

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    Die Meldung kann mit Yes bestätigt werden.

    oel_22

    Datum und Zeit anpassen – als Alternative kann auch ein NTP-Service angegeben werden - Forward.

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    Die Meldung von kdump kann ignoriert werden - OK.

    oel_24

    Nochmals ein Hinweis auf kdump - Finish.

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    Aktivierung vom Netzwerkadapter

    Die Netzwerkkarte wird noch nicht automatisch gestartet, das muss nachgeholt werden. Der Login-Bildschirm wird angezeigt, Klick auf Other.

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    Eingabe der Logindaten vom Benutzer root  - Enter oder Log In.

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    Öffnen vom Netzwerkkonfigurationsmenu System – References – Network Connection. System eth0 auswählen - Edit.

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    Die Checkbox Connect automatically aktivieren - Apply.

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    Reboot vom virtuellen Computer System – Shutdown – Restart.

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    Test der Netzwerkverbindung

    Nach dem Reboot und dem erneuten Login als User root kann via Applications – System Tools – Terminal die Netzwerkadresse angezeigt werden. Ausgabe vom Kommando ifconfig.

    oel_check_02

     

    Mit einem Ping auf eine externe URL kann die Kommunikation nach aussen getestet werden.

    oel_check_03

    Hinweis: Die IP wird momentan via DHCP vergeben. Für die Datenbank-Installation wird dann später auf eine statische IP gewechselt.

    Remoteverbindung mit Putty

    Verwendet man die oben angezeigte Adresse vom Kommando ifconfig, so kann via Putty zum virtuellen Computer verbunden werden.

    putty_01

    putty_02

    Zusammenfassung

    In diesem ersten Teil wurde die Netzwerkkonfiguration erstellt und Oracle Enterprise Linux 6.5 in einem virtuellen Computer installiert. Nachdem die Hyper-V Konfiguration erstellt war, konnte Linux erfolgreich installiert werden. Im zweiten Teil wird dann die Oracle RDBMS Software installiert und konfiguriert.